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Rechnungen5 Min. Lesezeit·17. August 2026
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Zahlungsfrist auf Rechnungen: Was ist üblich in der Schweiz?

Welche Zahlungsfrist ist auf Rechnungen in der Schweiz üblich? Praktische Tipps für Handwerker zu 30 Tagen, Skonto, Mahnungen und Verzug.

Du hast einen Auftrag erledigt, die Rechnung geschrieben – und jetzt stellt sich die Frage: Welche Zahlungsfrist setzt du drauf? 10 Tage? 30 Tage? Oder gar nichts? In diesem Artikel zeigen wir dir, was in der Schweiz üblich ist, worauf du achten musst und wie du schneller an dein Geld kommst.

Die klassische Zahlungsfrist: 30 Tage

In der Schweiz ist eine Zahlungsfrist von 30 Tagen der absolute Standard. Du siehst diese Formulierung auf fast jeder Rechnung: «Zahlbar innert 30 Tagen netto». Das bedeutet: Der Kunde hat ab Rechnungsdatum 30 Tage Zeit, um den vollen Betrag zu überweisen.

Für Handwerker ist das ein guter Richtwert. Er ist verbreitet, wird von den meisten Kunden akzeptiert und gilt als fair. Wer eine deutlich kürzere Frist ansetzt, wirkt schnell unflexibel – wer eine längere gewährt, wartet unnötig lange auf sein Geld.

Wichtig: Wenn du gar keine Frist angibst, greift das Schweizer Obligationenrecht (OR). Dann wäre die Rechnung theoretisch sofort fällig – in der Praxis führt das aber oft zu Missverständnissen. Deshalb solltest du immer eine klare Frist notieren.

Kürzere oder längere Fristen – wann ergibt das Sinn?

Nicht jede Situation ist gleich. Je nach Kunde und Auftrag kannst du die Zahlungsfrist anpassen:

  • 10 oder 14 Tage: Sinnvoll bei kleineren Beträgen, bei Neukunden oder wenn du deine Liquidität schonen musst.
  • 20 Tage: Ein guter Kompromiss zwischen schneller Zahlung und Kundenfreundlichkeit.
  • 30 Tage: Der Standard, mit dem du nie falsch liegst.
  • 60 Tage oder mehr: Meist nur bei grossen Firmenkunden oder auf ausdrücklichen Wunsch. Für kleine Handwerksbetriebe eher ungünstig, weil du lange auf dein Geld wartest.

Ein Tipp aus der Praxis: Bei grösseren Aufträgen lohnt sich eine Akonto-Zahlung oder eine Anzahlung. So musst du nicht das ganze Material vorfinanzieren und reduzierst dein Risiko.

Skonto: Anreiz für schnelle Zahlung

Willst du deine Kunden motivieren, schneller zu bezahlen? Dann kannst du einen Skonto anbieten. Das ist ein kleiner Rabatt für frühe Zahlung. Eine typische Formulierung sieht so aus:

«Zahlbar innert 30 Tagen netto, bei Zahlung innert 10 Tagen 2 % Skonto.»

Das heisst: Bezahlt der Kunde innerhalb von 10 Tagen, darf er 2 Prozent abziehen. Für dich hat das den Vorteil, dass das Geld schneller auf deinem Konto ist. Rechne aber vorher, ob sich der Rabatt für dich lohnt – bei knappen Margen kann Skonto ins Geld gehen.

Was passiert bei verspäteter Zahlung?

Zahlt der Kunde nicht rechtzeitig, gerät er in Verzug. In der Schweiz läuft das in mehreren Schritten:

1. Zahlungserinnerung

Ein freundlicher Hinweis, dass die Rechnung offen ist. Oft reicht das schon – manchmal geht eine Rechnung einfach vergessen.

2. Mahnung

Reagiert der Kunde nicht, folgt die erste, danach eine zweite Mahnung. Ab hier darfst du Verzugszinsen verlangen. Der gesetzliche Verzugszins beträgt in der Schweiz 5 Prozent pro Jahr, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

3. Betreibung

Bleibt die Zahlung trotz Mahnung aus, kannst du beim Betreibungsamt eine Betreibung einleiten. Das kostet dich etwas, ist aber ein wirksames Mittel, um an dein Geld zu kommen.

Tipp: Formuliere deine Mahnungen sachlich und höflich. Die meisten Kunden zahlen nach der ersten Erinnerung – du willst die Geschäftsbeziehung nicht unnötig belasten.

So schreibst du die Zahlungsfrist richtig auf die Rechnung

Damit es keine Missverständnisse gibt, sollte deine Rechnung folgende Angaben enthalten:

  • Das Rechnungsdatum (Startpunkt der Frist)
  • Die konkrete Zahlungsfrist in Tagen oder ein festes Fälligkeitsdatum
  • Deine QR-Rechnung mit IBAN und QR-Referenz
  • Allfällige Skonto-Angaben

Ein festes Datum («Zahlbar bis 31. März 2025») ist übrigens noch klarer als «innert 30 Tagen», weil der Kunde nicht selbst rechnen muss.

Fazit

In der Schweiz sind 30 Tage die übliche Zahlungsfrist auf Rechnungen – damit machst du nichts falsch. Kürzere Fristen schonen deine Liquidität, ein Skonto belohnt schnelle Zahler. Wichtig ist vor allem: Gib immer eine klare Frist an und reagiere bei Verzug mit einer freundlichen Erinnerung, bevor du zur Mahnung greifst. So bleibst du professionell und kommst zuverlässig an dein Geld.

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