Du hast sicher schon einmal auf einer Rechnung den Vermerk «2% Skonto bei Zahlung innert 10 Tagen» gesehen. Als Handwerker stellst du dir vielleicht die Frage: Soll ich das meinen Kunden auch anbieten? Und lohnt sich das überhaupt für mein Geschäft? In diesem Beitrag erklären wir dir einfach und praxisnah, was Skonto genau ist, wie du es richtig einsetzt und wann es sich für dich rechnet.
Was ist Skonto überhaupt?
Skonto ist ein Preisnachlass, den du deinen Kunden gewährst, wenn sie ihre Rechnung besonders schnell bezahlen. Statt die vollen 30 Tage auszunutzen, zahlt der Kunde zum Beispiel innert 10 Tagen und bekommt dafür einen kleinen Rabatt – üblicherweise zwischen 2% und 3%.
Ein typischer Skonto-Vermerk auf einer Rechnung sieht so aus:
- Zahlbar innert 10 Tagen mit 2% Skonto
- Zahlbar netto innert 30 Tagen
Skonto ist also ein Anreiz für deine Kunden, schneller zu zahlen. Im Gegenzug erhältst du dein Geld früher – und das kann für deine Liquidität Gold wert sein.
Warum bieten Handwerker Skonto an?
Der grösste Vorteil ist ganz klar der schnellere Geldeingang. Als Handwerker kennst du das Problem: Du musst Material einkaufen, Löhne zahlen und Zwischenrechnungen begleichen, während deine eigenen Rechnungen erst Wochen später bezahlt werden. Skonto hilft dir, diese Lücke zu schliessen.
Weitere Gründe für Skonto:
- Bessere Liquidität: Du hast schneller flüssige Mittel für neue Aufträge.
- Weniger Mahnungen: Kunden zahlen freiwillig früher, du sparst dir das lästige Nachfassen.
- Tieferes Ausfallrisiko: Je schneller die Rechnung bezahlt ist, desto kleiner das Risiko eines Zahlungsausfalls.
Gerade im Baugewerbe, wo bei Grossaufträgen viel Kapital gebunden ist, kann ein früher Zahlungseingang deine Situation deutlich entspannen.
Was kostet dich Skonto wirklich?
Hier wird es spannend, denn Skonto ist nicht gratis. Wenn du 2% Nachlass gibst, verzichtest du auf einen Teil deines Umsatzes. Rechnen wir das durch:
Nehmen wir an, deine Rechnung beträgt 10'000 Franken. Bei 2% Skonto verschenkst du 200 Franken. Der Kunde zahlt also nur 9'800 Franken – dafür aber 20 Tage früher.
Auf das Jahr gerechnet ist das ein hoher effektiver Zinssatz. Denn 2% für 20 Tage entsprechen umgerechnet über 30% Jahreszins. Das klingt nach viel – und ist es auch, wenn du das Geld nicht dringend brauchst.
Die entscheidende Frage
Lohnt sich Skonto für dich, hängt davon ab, was dir der frühere Geldeingang wert ist. Wenn du sonst einen teuren Kontokorrentkredit oder Kontoüberzug bei der Bank in Anspruch nehmen müsstest, kann Skonto sinnvoll sein. Hast du dagegen genügend Reserven, kostet dich Skonto einfach nur Gewinn.
Wann lohnt sich Skonto für Handwerker?
Grundsätzlich lohnt sich Skonto in diesen Situationen:
- Wenn deine Liquidität knapp ist und du auf schnelle Zahlungseingänge angewiesen bist.
- Wenn du mit säumigen Zahlern zu kämpfen hast und Mahnungen dir Zeit und Nerven kosten.
- Bei Firmenkunden, die Skonto oft aktiv nutzen und schätzen.
Weniger sinnvoll ist Skonto, wenn deine Kunden ohnehin pünktlich zahlen. Dann verschenkst du bares Geld, ohne einen echten Vorteil zu haben. Auch bei Privatkunden, die kleinere Rechnungen begleichen, ist der Nutzen oft gering.
So setzt du Skonto richtig auf der Rechnung um
Damit Skonto funktioniert, muss er klar und eindeutig auf der Rechnung stehen. Vermeide Missverständnisse und formuliere die Zahlungsbedingungen präzise:
- Nenne den genauen Prozentsatz (z. B. 2%).
- Gib die Skontofrist an (z. B. 10 Tage ab Rechnungsdatum).
- Nenne auch die reguläre Zahlungsfrist (z. B. 30 Tage netto).
Ein wichtiger Punkt zur Mehrwertsteuer: Wenn ein Kunde den Skonto tatsächlich abzieht, verringert sich auch die Basis für die MWST. Das musst du in deiner Buchhaltung korrekt nachführen. Am besten sprichst du das mit deinem Treuhänder ab, damit alles sauber verbucht wird.
Fazit: Skonto ist ein Werkzeug – kein Muss
Skonto kann für Handwerker ein sinnvolles Instrument sein, um schneller an sein Geld zu kommen und die Liquidität zu verbessern. Aber es kostet dich Geld, und darum solltest du es gezielt einsetzen. Prüfe für jeden Kunden und jeden Auftrag, ob sich der Nachlass wirklich lohnt.
Unser Tipp: Biete Skonto vor allem bei grösseren Rechnungen und bei Firmenkunden an, wo du wirklich einen Nutzen davon hast. Bei zuverlässigen Zahlern kannst du getrost darauf verzichten. So bleibst du flexibel und verschenkst keinen Gewinn.
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